Ziele haben wir doch alle im Leben. Ob im Job, auf dem Bankkonto oder in den eigenen vier Wänden: Wenn es um die nächste Gehaltserhöhung, die Traumwohnung oder die Urlaubsreise geht, wissen die meisten ganz genau, was sie wollen. Da wird geplant, gerechnet und konkret angepackt.

Aber sobald das Thema Gesundheit ins Spiel kommt, wird es plötzlich schwammig.

Da heißt es dann schnell: „Ich müsste mal wieder abnehmen“, „Ich sollte mich echt mehr bewegen“ oder „Mir wächst alles über den Kopf, ich brauche dringend eine Pause“.

Kommt euch das bekannt vor?

Das Problem mit guten Vorsätzen

Das Problem an diesen Sätzen: Sie klingen nett, verpuffen aber genauso schnell wieder im Alltagstrott. Wenn ihr wirklich etwas für euer Wohlbefinden verändern wollt, braucht ihr handfeste, greifbare Zwischenschritte statt endloser Wunschträume. Nur wenn ihr wisst, wo der nächste Schritt hingeht, kommt ihr auch an.

Natürlich ist an dem Wunsch „Ich möchte mich fitter fühlen“ oder „Ich möchte Gewicht verlieren“ absolut nichts verkehrt. Das ist euer Leitstern – das große Gesamtbild. Aber genau da liegt oft der Denkfehler: Wer nur auf den fernen Berggipfel starrt, verliert auf halber Strecke die Puste und gibt entnervt auf.

„Vorsätze sind gut, aber schwer umzusetzen, wenn man keinen klaren Fahrplan hat. Fokussierung und Etappenziele können helfen, seinem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen.“

Anne Krenzin

Wie findet man seinen eigenen Fahrplan?

Deshalb braucht ihr Etappenziele. Kleine Meilensteine, die euch auf dem Weg begleiten und an denen ihr ganz entspannt überprüfen könnt: Bin ich noch auf Kurs oder habe ich mich im Dickicht verrannt?

Macht es greifbar – und macht euer eigenes Ding daraus!

Vergesst die pauschalen Standardpläne aus Illustrierten oder Social-Media-Feeds. Es geht um euren Alltag, eure Zeitfenster und eure ganz persönlichen Maßstäbe:

  • Sagt nicht abstrakt „Ich bewege mich mehr“, sondern ganz konkret: „In den nächsten zwei Wochen fahre ich dreimal mit dem Rad zur Arbeit. Wenn das gut klappt, fahre ich danach auch mit dem Rad zum Einkaufen.“
  • Sagt nicht „Ich mache jetzt Diät“, sondern vielleicht: „In vier Wochen soll die Lieblingsjeans wieder entspannter sitzen.“

Das sind nur Beispiele. Welche Etappen für euch Sinn ergeben, bestimmt ihr ganz allein.

Ihr müsst nicht euer ganzes Leben auf einen Schlag umkrempeln. Wenn ihr große Vorhaben in handliche Teilabschnitte zerlegt, feiert ihr viel schneller kleine Teilerfolge. Und wisst ihr, was das Beste daran ist? Nichts pusht die Motivation so sehr wie das Gefühl: „Hey, ich habe mir das vorgenommen und es hat funktioniert!“ So bleibt ihr dran, ganz ohne Zwang.

Orientierungshilfe für euren persönlichen Weg

1

Lege mehr als nur ein großes Ziel fest

Lege kleine Etappenziele fest, die du realistisch in einer gewissen Zeit erreichen kannst. So kannst du überprüfen, ob du noch auf dem richtigen Weg bist und bleibst dauerhaft motiviert.

2

Werde konkret

Setze dir keine vagen Ziele, sondern formuliere sie ganz konkret.

3

Ändere nicht alles gleichzeitig

Nimm dir Zeit und ändere deine Gewohnheiten nach und nach. Beginne zum Beispiel damit, mehr Flüssigkeit zu dir zu nehmen. Wenn du das gut umsetzen kannst, gehe das nächste Thema an.

Realität vor Illusion

Bleibt dabei aber bitte ehrlich und milde mit euch selbst: Eure Ziele müssen zu eurem echten Leben passen. Natürlich versprechen einem dubiose Blitzdiäten, in drei Wochen zehn Kilo zu verlieren. Das ist weder realistisch noch gesund, und der Jo-Jo-Effekt winkt schon um die nächste Ecke. Setzt euch Ziele, die ihr langfristig mit Freude und Genuss durchziehen könnt – ohne dass der Spaß am Leben auf der Strecke bleibt.

Praxistipp: Visualisierung der eigenen Ziele kann dabei helfen, am Ball zu bleiben und nicht zu früh zu kapitulieren, wenn ein kleiner Rückschlag kommt. Gestaltet euer ganz persönliches Visionboard, das im Alltag für euch immer wieder sichtbar ist - über dem Schreibtisch, am Kühlschrank oder auf dem Smartphone.

Macht euch eure Ziele sichtbar! Ob als Post-it am Spiegel, als Notiz im Kalender oder als Bild auf dem Handy – führt euch eure nächsten Schritte immer wieder vor Augen. So verliert ihr euren Weg im Alltagstrubel nicht aus dem Blick und geht Schritt für Schritt in eurem ganz eigenen Rhythmus voran.