Ich lese ja jeden Morgen die Nachrichten. Gerne querbeet durch verschiedene Medien. Mir ist es einfach wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben und mitzubekommen, was in der Welt vor sich geht – auch wenn die News nicht immer die reine Freude sind.

Aber ganz ehrlich: Sobald es um Ernährungsthemen geht, würde ich die Zeitung oder das Smartphone am liebsten direkt in die Ecke pfeffern!

Da springen einem Schlagzeilen zu ein und demselben Lebensmittel entgegen, die sich dermaßen widersprechen, dass man sich nur noch an den Kopf fassen kann – und zwar nicht selten in Artikeln, die direkt untereinander stehen!

Sprechen wir von den gleichen Haferflocken?

Da heißt es morgens noch mit dramatischer Dringlichkeit: „Warum Haferflocken das absolute Wundermittel für eure Darmgesundheit sind!“ Und scrollt man zwei Zentimeter weiter runter, ploppt der nächste Clickbait-Titel auf: „Achtung, Herzgefahr: Warum Haferflocken euch krank machen.“

Das gleiche Spiel beim Frühstück: Erst gilt der Haferbrei als das Nonplusultra für einen perfekten Start in den Tag, und am nächsten Morgen warnt euch irgendein selbsternannter Guru davor, Hafer jemals auf nüchternen Magen zu essen.

Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs! Heute sind Eier der absolute Cholesterin-Killer, morgen die beste Proteinquelle der Welt. Diese Woche ist Kaffee pures Gift für die Nebennieren, nächste Woche schützt er vor allem, was man sich vorstellen kann.

„Ich habe aufgehört, mir den Appetit von reißerischen Schlagzeilen verderben zu lassen. Also lege ich die Zeitung weg und genieße mein Essen“

Anne Krenzin

Berichterstattung bringt mehr Verwirrung als Klarheit

Mal ehrlich: Welche Lehre sollt ihr aus diesem täglichen Wahnsinn eigentlich noch ziehen? Dürft ihr euch jetzt morgens am Kiosk aussuchen, welches Horrorszenario euch heute besser in den Kram passt?

Macht Schluss mit dieser Verwirrung und haltet euch an eine ganz simple Regel: Esst doch einfach, was ihr wollt!

Schmeißt diese reißerischen Blätter in die Altpapiertonne und blendet den Quatsch im Feed aus. Diese Artikel sind völlig eindimensional und helfen euch kein Stück weiter. Das Einzige, was sie verlässlich anrichten, ist pure Verunsicherung. Irgendwann weiß doch überhaupt niemand mehr, was er überhaupt noch unbesorgt auf den Teller packen darf.

Praxistipp: Wenn ihr wirklich eigene Entscheidungen für eure Ernährung treffen wollt, dann hilft nur Bildung und Klarheit. Nur wenn ihr Bescheid wisst, kann euch niemand mehr verwirren. Unscheinbare Quellen sind meist den hochglanzpolierten Social Media-Profilen vorzuziehen, denn sie sind meist seriöser und wissenschaftlich fundiert.  

Risiko für Mangelernährung inklusive

Und genau daraus entsteht das eigentliche Problem: Aus einer völlig hysterischen, eindimensionalen Berichterstattung wird eine genauso verkrampfte, einseitige Ernährung.

Plötzlich löffelt man kiloweise das eine gehypte Superfood in sich hinein, während ganz normale, wunderbare Lebensmittel panisch vom Speiseplan verbannt werden, weil sie angeblich „toxisch“ oder „entzündungsfördernd“ sind. Das Resultat? Null Genuss, permanenter Stress im Kopf und im schlimmsten Fall echte Mangelernährung.

Kein Wunder, dass immer mehr Menschen völlig verzweifelt vor dem Supermarktregal stehen und das Gespür für das verloren haben, worauf es wirklich ankommt: eine bunte, vielseitige und genussvolle Ernährung.

Lasst euch von all den Panikmachern nicht vorschreiben, was auf eurem Teller landet. Was ihr braucht, sind verlässliche, wissenschaftlich fundierte Fakten – und ganz sicher keine schrillen Schlagzeilen, die am Ende nur Klicks generieren und euch dubiose Spezialprodukte andrehen wollen.

Vertraut wieder auf euren eigenen gesunden Menschenverstand, hört auf euren Körper und lasst euch die Freude am Essen nicht von fremden Leuten im Internet kaputtmachen.