Auf Social Media jagt ein knallhartes Fitnessprogramm das nächste, das Internet quillt über vor dubiosen Abnehmkuren und am Handgelenk vibriert die Smartwatch, um uns vorwurfsvoll zu erklären, dass wir heute wieder nicht optimal performt haben. Angeblich wollen all diese Programme, Tracker und Health-Gurus nur das Beste für unsere Gesundheit.

Aber mal ehrlich: Was bedeutet ein gesunder Lebensstil abseits dieses ganzen Marketing-Tamtams eigentlich wirklich?

Vergesst den ganzen Optimierungswahn. Im Grunde stützt sich echtes Wohlbefinden auf drei ganz bodenständige Säulen: Ernährung, Bewegung und Regeneration. 

Und das Beste daran? Ihr entscheidet selbst, wie ihr sie mit Leben füllt.

„Ich bin selbst das beste Beispiel dafür, dass es funktionieren kann. Dafür habe ich lange gebraucht und mich oft gefragt, warum ich mir das antue. Heute weiß ich, warum: Um zufriedener und glücklicher zu sein.“

Anne Krenzin

Ernährung: Bunt, echt und vor allem mit Genuss

Wenn von gesunder Ernährung die Rede ist, fällt schnell das Wort „vollwertig“. Das klingt erst mal furchtbar trocken, meint aber im Kern etwas ganz Simples: Euer Körper bekommt die Bausteine und Nährstoffe, die er braucht, um richtig gut zu funktionieren. Und das klappt am besten, wenn ihr euch vielseitig ernährt. Esst bunt, esst abwechslungsreich und verfallt nicht in extreme Diäten oder Verbote.

Natürlich bildet echtes, frisches und möglichst unverarbeitetes Essen die ideale Basis. Aber lasst euch um Himmels willen nicht einreden, dass Pizza, der schnelle Snack vom Imbiss oder das gemütliche Abendessen im Restaurant ab jetzt verboten sind. Nichts ist tabu! Es geht um die Balance, nicht um Perfektion.

Und das Wichtigste, was in dieser ganzen Health-Food-Blase ständig vergessen wird: 

Essen soll Spaß machen! 

Es soll euch schmecken und euch guttun. Hört auf, bei jedem Bissen penibel Kalorien zu zählen oder euch mit schlechtem Gewissen zu fragen, ob dieses Gericht jetzt zu 100 Prozent „clean“ war. Euer Wohlbefinden fängt im Kopf an – nicht im starren Regelkorsett.

Bewegung: Findet, was euch Freude macht – keine Quälerei!

Beim Thema Sport sehen viele sofort das überfüllte Fitnessstudio vor sich, inklusive Schinderei an schweren Geräten. Wenn ihr darauf Lust habt: Super! Wenn nicht: Lasst es bleiben! Ihr müsst euch nicht durch Workouts quälen, die ihr abgrundtief hasst. Wer sich jedes Mal zum Sport zwingen muss, schmeißt die Sache nach drei Wochen frustriert hin.

Bewegung ist so herrlich vielseitig. Spielt im Team Fußball oder Volleyball, wenn ihr Lust auf Gemeinschaft habt. Geht tanzen, dreht die Musik auf und lasst den Alltag hinter euch. Geht Reiten, schnappt euch das Fahrrad, die Inliner oder zieht die Laufschuhe an und seid flexibel an der frischen Luft. Findet schlichtweg das, was euch ein Lächeln ins Gesicht zaubert und Euch Energie gibt, statt sie euch zu rauben.

Und vergesst bitte die vermeintlich kleinen Dinge nicht: die Alltagsbewegung! Treppensteigen statt Aufzug fahren, die Runde zu Fuß zum Bäcker oder der Spaziergang am Sonntagnachmittag. Das alles zählt genauso und hält euch fit – ganz ohne Leistungsdruck und ohne dass ihr dafür im Neon-Outfit schwitzen müsst.

Regeneration: Mut zur echten Pause

Das ist der Punkt, der in unserer Leistungsgesellschaft am brutalsten vernachlässigt wird: Erholung. Ihr könnt noch so gesund kochen und noch so fleißig trainieren – wenn ihr eurem Körper keine Pausen gönnt, fahrt ihr das System vor die Wand. Niemand kann und soll 24/7 auf Hochtouren laufen.

Gönnt euch ganz bewusst Zeiten, in denen ihr einfach mal gar nichts müsst. Kein voller Terminkalender, keine Verpflichtungen, keine To-do-Listen. Wenn es kein ganzer Tag sein kann, nehmt euch ein paar Stunden: Schnappt euch ein Buch, legt euch auf die Couch, kocht ganz in Ruhe etwas Schönes oder setzt euch einfach für zehn Minuten in die Sonne, schließt die Augen und atmet durch. Schaltet den Kopf aus und lasst den Akku wieder voll werden.

Praxistipp: Hört auf euren Körper statt einem gehypten Trend hinterherzulaufen. Macht eurer eigenes Ding und kopiert nicht den Lebensstil von anderen, nur weil er Mainstream ist.

Wenn ihr diese drei Pfeiler entspannt und dauerhaft in euer Leben integriert, seid ihr schon meilenweit voraus.

Niemand erwartet von euch eine radikale 180-Grad-Wende von heute auf morgen. Gesunde Gewohnheiten sind ein Prozess, kein Hebel, den man umlegt. Geht Schritt für Schritt vor, wählt euer eigenes Tempo und seid vor allem milde mit euch selbst. Es muss zu eurem Alltag passen – und ganz sicher nicht zu den überzogenen Maßstäben irgendwelcher Influencer.

Fangt heute an, hört auf euren Körper und macht euer eigenes Ding.

Ohne diese Dinge funktioniert es nicht

1

Genuss beim Essen

Wenn ihr euch zwingt, etwas zu essen, was euch nicht schmeckt, werdet ihr schneller scheitern als euch lieb ist

2

Spaß bei der Bewegung

Sucht euch etwas, das euch wirklich Freude bereitet. Wenn ihr euch quälen müsst oder nach Ausreden sucht, ist die Art der Bewegung nicht die richtige für euch. 

3

Erholung ohne schlechtes Gewissen

Genießt die Auszeit. Ein gutes Buch zu lesen oder auf dem Sofa zu liegen, ist keine Faulheit, sondern notwendiges Mittel, damit ihr leistungsfähig bleibt.